Web Accessibility - Was Sie wissen müssen

Web Accessibility - Was Sie wissen müssen

Barrierefreiheit im Web ist bereits ein Thema für Entwickler, aber im Geschäftskontext wird kaum darüber gesprochen. In diesem Artikel wird kurz vorgestellt, was das ist, welche rechtlichen Anforderungen es gibt und warum es wichtig ist, sich jetzt damit zu befassen.

Worum geht es eigentlich?

Kurz gesagt bedeutet Barrierefreiheit im Internet, dass Websites, Tools, E-Tickets, Apps und Technologien so konzipiert und entwickelt werden, dass Menschen mit Behinderungen darauf zugreifen und sie nutzen können.

„Die Macht des Web liegt in seiner Universalität. Der Zugang für alle, unabhängig von ihrer Behinderung, ist ein wesentlicher Aspekt.“

Tim Berners-Lee, W3C-Direktor und Erfinder des World Wide Web

Wenn wir von Behinderungen sprechen, sprechen wir nicht nur von Menschen im Rollstuhl, sondern auch von Behinderungen, einschließlich auditiver, kognitiver, sprachlicher, visueller, neurologischer und körperlicher Erkrankungen.

Das World Wide Web bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen; sie benötigen jedoch Zugang. Inklusivität macht nicht an einer Rollstuhlrampe, Workshops zur Vielfalt oder Braille-Menüs halt.

W3C, WCAG - Was?

Nein, ich versuche nicht, ein paar neue Reime zu verraten. Hier finden Sie eine kurze Erklärung der beiden am häufigsten verwendeten Abkürzungen im Zusammenhang mit Barrierefreiheit im Internet.

W3C: Das World Wide Web Consortium ist eine Organisation, die Webstandards entwickelt — wie alles im Web funktioniert — und sich um die WCAG kümmert.

WAG: Die Richtlinien zur Barrierefreiheit von Webinhalten sind die weltweiten Richtlinien, die den barrierefreien Zugang zum World Wide Web ermöglichen.

Es gibt verschiedene Versionen der WCAG. Die neueste Version ist 2.2. Sie befindet sich derzeit im Entwurf, kann aber Anfang 2023 veröffentlicht werden. Weitere Informationen finden Sie auf ihrer Webseite.

Ist das in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben?

Noch nicht, aber es wird sein am 28. Juni 2025.

Die deutschen Behörden haben noch keine Mindestanforderungen veröffentlicht. Was wir jedoch alle aus der DSGVO-Erfahrung im Jahr 2018 gelernt haben, schadet nicht, frühzeitig mit den Anpassungen zu beginnen.

Was sind die Vorteile der Barrierefreiheit im Internet?

Die Einhaltung dieser Richtlinien ist nicht nur eine gesetzliche Anforderung, sondern auch aus ethischer Sicht richtig. Oder, um es in einer Geschäftssprache auszudrücken, es nimmt zu ESG Proofpoint und wirkt sich positiv auf die Marke aus.

Bleiben wir im geschäftlichen Kontext, hier sind einige weitere Vorteile:

  • Ansprache neuer Zielgruppen:
  • 87 Millionen Menschen innerhalb der EU* an einer gewissen Behinderung leiden
  • Alternde Gesellschaft: 78% der behinderten Menschen sind über 55 Jahre*, Generation 50+ mit hoher Kaufkraft
  • Positiver Effekt auf SEO-Rankings

*Quelle: https://ec.europa.eu/

Wer ist betroffen?

Jedes Unternehmen innerhalb der EU, außer:

  • kleine Unternehmen (weniger als zehn Mitarbeiter und weniger als 2 Millionen Euro Umsatz)
  • bestimmte Teile des Produkts (Archiv auf Websites, Medien, die vor dem 28. Juni 2025 veröffentlicht wurden), ...)
  • wenn die Einhaltung wesentliche Änderungen des angebotenen Produkts oder der angebotenen Dienstleistung bedeuten würde

Was muss getan werden?

Zuallererst ist Barrierefreiheit im Internet keine Aufgabe, sondern ein Rahmen, der berücksichtigt werden muss. Zweitens handelt es sich um ein funktionsübergreifendes Framework, das Designer, Content-Manager, SEO-Manager, Frontend-Entwickler und UX-Designer umfasst.

Mit anderen Worten, viele Abteilungen innerhalb eines Unternehmens sind beteiligt und müssen die Anforderungen aller Designs und Entwicklungen verstehen und berücksichtigen.

Da die Etablierung eines neuen Frameworks nicht an einem Tag erledigt ist, empfehlen wir, so schnell wie möglich ein funktionsübergreifendes Team zusammenzustellen, um sich einen Überblick über die erforderlichen Anpassungen zu verschaffen.

Verschiedene Tools helfen Ihnen dabei, Ihre Website, App und Technologie aus Sicht der Barrierefreiheit im Web zu bewerten.

Hier sind ein paar Tools, die Sie überprüfen sollten:

WCAG-Audit-Tools

Spezifisches Design-Tool:

Eine vollständige Liste aller vom W3C empfohlenen Tools finden Sie hier.

Versuchen Sie immer noch, das Thema zu verstehen?

Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren; wir helfen Ihnen und führen Sie durch das Framework.

Matthias Dietrich

Matthias Dietrich

CEO

Matthias Dietrich ist Gründer und Geschäftsführer der foobar Agency und begleitet seit über 20 Jahren Commerce-Projekte für Retailer und Hersteller im DACH-Raum – ausgezeichnet mit dem 1. Platz beim E-Commerce Germany Award 2024. Als ehemaliger Entwickler denkt er Plattformstrategie immer von der Architektur her: verankert in Geschäftsprozessen, offen für Daten und KI. Sein aktueller Fokus: warum KI die Schere zwischen digitalen Vorreitern und dem Rest massiv beschleunigt – und was das konkret für B2B-Hersteller und Retailer bedeutet.

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